Das empfindlichste Sinnesorgan des Menschen ist das Ohr. Im Gegensatz zu anderen Organen wächst das Ohr bereits in den ersten Lebenswochen zu voller Größe heran. Etwa in der achten Lebenswoche, wenn sich das Kind noch im Mutterleib befindet, nimmt es seine Tätigkeit auf. In der 18. Woche ist die Hörfähigkeit vollständig ausgebildet. Das Ohr besteht aus der Ohrmuschel, dem Gehörgang und dem Trommelfell. Genauer betrachtet hat es die Form eines Trichters, durch den Geräusche ins Innere gelangen.
Wie wirkt sich Lärm auf das Gehör aus?
Geräusche sind Schwingungen, die von verschiedenen Quellen ausgehen, zum Beispiel Stimmen, Lautsprecher oder Motoren. Das Ohr verfügt über die Möglichkeit, sich auf die Schwingungen und Töne zu konzentrieren, die es hören möchte. Hier spricht man von „selektiver Wahrnehmung“. Mit der „räumlichen Wahrnehmung“ nimmt es die Herkunft des Schalls wahr. Das menschliche Gehör hört Töne von 16 bis 16.000 Hertz. Dies ist die Anzahl der Schwingungen bzw. die Frequenz. Der Schallpegel, also der Schalldruck, wird in Dezibel gemessen. Geräusche bis 30 Dezibel empfinden die meisten Menschen als ruhig. Andauernder Lärm über 85 Dezibel kann langfristig zu Schwerhörigkeit führen. Atem- und Blättergeräusche sind mit 10 bis 30 Dezibel angenehm und ruhig. Auch die Geräuschkulisse beim Flüstern oder während einer Unterhaltung wird mit 40 bis 60 Dezibel im Allgemeinen als leise empfunden. Ab 70 Dezibel stuft das Gehör Geräusche als unangenehm und laut ein, wie zum Beispiel lautes Rufen, PKW-Lärm und Straßenverkehr. In Diskotheken, auf Rockkonzerten sowie in Sägewerken entsteht häufig Lärm von bis zu 120 Dezibel. Das Gehör stuft dies bereits als unerträglich ein. Bei 130 Dezibel ist bei den meisten Menschen die Schmerzgrenze erreicht.
Wie kann man sein Gehör schützen?
Wer lange Zeit großem Lärm (Disco, Knall, Walkman etc.) ausgesetzt ist, läuft Gefahr, schwere Hörschäden davonzutragen. Sind erst einmal Schäden vorhanden, kann sich das Gehör nur bedingt wieder erholen. In einzelnen Fällen kommt es auch zu einem dauerhaften Geräusch im Ohr, dem sogenannten Tinnitus. Das Gehör zu schützen, ist eigentlich recht einfach. Generell gilt: Alles „in Maßen hören“. Grundsätzlich sollte Musik nur so laut gehört werden, wie sie als angenehm empfunden wird (bis maximal 60 Dezibel). Auch der Besuch von Diskotheken und Konzerten sollte eingeschränkt werden. Die Lautstärke im Straßenverkehr, im Büro oder auf dem Bahnhof ist natürlich nicht zu beeinflussen. Dennoch kann jeder einzelne dazu beitragen, indem er bewusster auf sich und seine Mitmenschen achtet. Und im Notfall helfen die altbewährten Ohrstöpsel, die den Lärm entsprechend dämmen.
